Rückblick 2013: Soziale Netzwerke in Deutschland

Rückblick 2013: Soziale Netzwerke in Deutschland

Zum Jahresstart finden Sie hier einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung der wichtigsten sozialen Netzwerke in Deutschland mit den aktuell abgeschätzten Zahlen. Es werden die wichtigsten Portale beginnend vom Platzhirsch Facebook bis zu kleinen Netzwerken wie Pinterest und Foursquare betrachtet. Die Darstellungen erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und die Zahlen nicht auf Richtigkeit. Dennoch geben Sie Auskunft über die Wichtigkeit und die Einsetzbarkeit für Business-Aktivitäten.

Facebook

Facebook bleibt die Nummer Eins in Deutschland. Leider hat Facebook die öffentliche Darstellung von Nutzerzahlen inzwischen eingestellt. Die letzten Zahlen stammen aus dem Sommer 2013 und lagen bei 26 Millionen aktiven deutschen Nutzern. Da die Zeiten stürmischen Wachstums in Deutschland vorbei sind, schätzen wir für Anfang 2014 die Nutzerzahlen auf ca. 27 Millionen.

Google+

Google veröffentlicht keine Nutzerzahlen für einzelne Länder, aber es gibt gute Schätzungen. Ferner muss beachtet werden, dass die reine Zahl derjenigen, die bei Google+ angemeldet sind, nichts über die Plattform selbst aussagt. Denn jeder der sich zu irgendeinem Google-Dienst – wie z.B. Gmail – anmeldet, wird auch automatisch Teil des Google+-Netzwerks. Schätzungen sagen aus, dass es inzwischen rund 9 Millionen aktive Nutzer von Google+ in Deutschland gibt. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr eine Verdoppelung. Die Zahl erscheint hoch, passt aber von der Größenordnung zu den 6,7 Millionen aktiven deutschen Nutzern, die der Google-Sprecher Stefan Keuchel vor ca. einem halben Jahr veröffentlicht hat.

Twitter

Twitter geistert immer wieder durch die Medien und spielt in manchen Ländern eine wichtige Rolle – nur nicht in Deutschland. Wie viele aktive Twitter-Nutzer gibt es also bei uns? Fachleute schätzen, dass nur 1 Prozent der deutschen Internet-Nutzer auf Twitter aktiv ist – das wären gerade mal etwas mehr als 500.000. Andere gehen von rund 1,2 Millionen aktiven Twitterern in Deutschland aus. Die letztere Zahl scheint realistischer zu sein, da sie auch besser zum sehr verlässlichen Twitter-Zensus der Webevangelisten des letzten Jahres passt. Somit kann die Nutzung auf etwa 1 Million abgeschätzt werden.

StudiVZ, SchülerVZ und meinVZ

Im Kampf um die Gunst der Nutzer gibt es in den letzten Jahren einen klaren Verlierer: die VZ-Netzwerke. Erst wurden sie von Investor zu Investor weitergereicht, dann wurde SchülerVZ im April 2013 komplett geschlossen. In Statistiken der wichtigsten sozialen Netzwerke in Deutschland tauchen StudiVZ und meinVZ (die immerhin noch online sind) gar nicht mehr auf. Entsprechend schwer ist es, belastbare Nutzerzahlen für die VZ-Netzwerke zu finden. Schreibt man die Schrumpfung der Vorjahre fort, dürften wir in jedem Fall inzwischen unter der Marke von 1 Millionen aktiven Nutzern angekommen sein.

XING

Aktuell liegen die 2013er Zahlen von XING noch nicht komplett vor, somit muss man sich am 3. Quartal orientieren. Hier wurden 13,8 Millionen Mitglieder insgesamt und 6,7 Millionen Mitglieder für die DACH-Region ausgewiesen. Das passt gut zu den XING-Zahlen der Vorjahre, nach denen ebenfalls ca. die Hälfte der Mitglieder im deutschsprachigen Raum zu finden ist. Anfang 2014 dürfte das Business-Netzwerk bei Fortschreibung der bisherigen Entwicklung also rund 14 Millionen Mitglieder insgesamt und rund 7 Millionen Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben. Damit setzt sich das langsame aber stetige Wachstum der Vorjahre fort. Ganz anders ist übrigens die Verteilung bei den zahlenden Mitgliedern: Von den rund 830.000 Premium-Mitgliedern stammen 805.000 aus der DACH-Region. Und auch zur Aktivität der XING-Nutzer gibt es Zahlen: Rund die Hälfte nutzt XING weniger als eine Stunde pro Woche.

LinkedIn

LinkedIn, das internationale Pendant zu XING, wächst in der DACH-Region etwas dynamischer als sein deutscher Konkurrent. Mitte 2013 wurden 4 Millionen Nutzer ausgewiesen, bei einem Wachstum von ca. 100.000 neuen Nutzern pro Monat dürften wir also inzwischen bei rund 4,5 Millionen deutschsprachigen Nutzern angekommen sein. Auch international ist LinkedIn weiterhin erfolgreich und dürfte im ersten Quartal 2014 die Marke von 300 Millionen Mitgliedern knacken.

Instagram

Für kleinere Netzwerke und Social Media Plattformen wie Instagram, Pinterest und Foursquare ist es nach wie vor schwierig, deutsche Nutzerzahlen zu finden oder zu ermitteln. Deshalb betrachten wir zunächst die internationale Entwicklung: Instagram hat seine Nutzerzahlen seit letztem Jahr verdoppelt und kommt nun auf rund 200 Millionen Nutzer. Bei der groben Schätzung der deutschsprachigen Nutzer hilft eine Statistik vom Bitkom, die die prozentuale Nutzung auch kleinerer Dienste angibt. Ausgehend von gut 50 Millionen Internet-Nutzern in Deutschland kommt man so auf etwa 3 Millionen deutsche Instagram-Nutzer.

Pinterest

Pinterest, das Netzwerk mit den virtuellen Pinnwänden und Bilder-Kollektionen, wächst noch schneller: Mitte 2013 gab es bereits 70 Millionen Nutzer weltweit, Anfang 2014 dürften es schon über 100 Millionen sein. Abgeleitet von den Bitkom-Zahlen dürfte es in Deutschland inzwischen rund 1,5 Millionen Pinterest-Nutzer geben. Das deckt sich mit anderen Berechnungen, die für Pinterest vor einem halben Jahr knapp eine Millionen deutsche Nutzer ermittelt hatten. Die Zahl erscheint auch deshalb plausibel, weil das Verhältnis von deutschen zu internationalen Nutzern ziemlich identisch wie bei Instagram ist: Rund 1,5 Prozent aller Nutzer kommen danach aus Deutschland.

Foursquare

Der Lokalisierungs-Dienst Foursquare hat weltweit zwar mehr als 40 Millionen Nutzer, ist damit aber immer noch ein kleiner Dienst verglichen mit anderen Anbietern. Bei der gleichen Berechnung wie oben kommt man auf etwas mehr als 500.000 deutsche Foursquare-Nutzer. Und diese sind im Schnitt relativ jung: Etwa 40 Prozent der deutschen Foursquare-Nutzer sind jünger als 29 Jahre, 80 Prozent sind jünger als 43. Und es gibt noch Luft nach oben, denn bei einer anderen Befragung sagten immerhin 10 Prozent der deutschen Internet- Nutzer, also rund 5 Millionen Menschen, dass sie die Nutzung von Location Based Services „unverzichtbar” finden.

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