Industrie 4.0 – auch in Mühldorf?

 

Industrie 4.0 – auch in Mühldorf?

Schon wieder ein Artikel zum Thema Digitalisierung in der Industrie?

So ganz in meinem Innersten möchte ich mich manchmal wegducken angesichts der Flut der Veränderungen, und ich frage mich immer öfters, ob die nächste Neuerung, die ich sehe, mich dazu bringt, mich dem zu stellen, oder ob morgen nicht das nächste „Buzzword“ die Medien dominiert.

Was ist eigentlich Industrie 4.0?

Natürlich die Fortsetzung der Digitalisierung, deren Beschleunigung sich ungebremst fortsetzt. Und wie hat das angefangen? In den 80er Jahren hielt der PC seinen Einzug auf unsere Schreibtische – im Büro und später zu Hause. Der zunehmenden Mobilität geschuldet, wurden Laptops und Mobiltelefone entwickelt. Das war die zweite Phase.
Gerade leben wir in der dritten Phase der Digitalisierung und natürlich ist das auch in Mühldorf selbstverständlich. Wir haben uns an Smartphones gewöhnt und auch an die Tatsache, dass sich Menschen im Restaurant nicht mehr unterhalten, sondern in ihre Telefone starren.
Industrie 4.0 lässt sich in ihrer Entwicklung schön anhand dieser Grafik erläutern:

Die Digitalisierung hat bereits begonnen und ist auch nicht mehr aufzuhalten.

Genauso, wie wir unseren PC nicht nur für selbstverständlich erachten, sondern auch auf ihn nicht mehr verzichten können, so werden wir uns mit dem Internet der Dinge auseinandersetzen. Im privaten Bereich kann man immer entscheiden, ob man möchte, dass der Toaster oder der Kühlschrank im Internet ist oder nicht.

Und wie ist das in unserer Region?

Im industriellen Bereich sind bei uns führende Unternehmen angesiedelt, für die Industrie 4.0 bereits ein normaler und gelebter Standard ist. Selbst diverse Handwerksunternehmen haben den Sprung in die Digitalisierung bereits vollzogen. Aber daneben ist für mich der Bereich der Landwirtschaft besonders in unserer Region interessant. Auffallend ist, dass sich die Anwendungen schon sehr verbreitet haben und die „Dritte grüne Revolution“ schon längst stattfindet.

„Smart Farming“ bietet Landwirten Unterstützung bei Entscheidungen zur Optimierung von Prozessen und vor allem zur Arbeitserleichterung. Dabei können das Systeme zum Sammeln und Analysieren von Daten sein, genauso wie das Management von räumlichen und zeitlichen Variabilitäten. Gönnen Sie sich z. B. einen Blick auf die Seite des Mühldorfer Unternehmens Fliegl. Dort finden Sie gute Beispiele, nicht nur für innovative Geräte sondern auch für Hardware und Apps, die Smart Farming überhaupt erst möglich machen.

So kann die Wirtschaftlichkeit erhöht und die Arbeitsbelastung der Menschen vermindert werden. Der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln kann durch die automatische Optimierung der Bodenbearbeitung reduziert werden. GPS, Luftbilder von Drohnen, Übermittlung von Daten über Bodenfeuchte, Humus- und Stickstoffgehalt und vieles mehr können helfen, die Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt zu verbessern.

Das geht doch nur mit Breitband, oder?

Voraussetzung für den flächendeckenden Einsatz ist der Ausbau auf das Breitbandnetz 5G, aber auch hier gibt es heute schon Lösungen, die die Landwirte weitgehend unabhängig vom Breitbandausbau machen.

Einer Untersuchung des Digitalverbands bitcom aus dem Jahre 2016 zufolge nutzen bereits 53 % der landwirtschaftlichen Betriebe digitale Anwendungen, 30 % planen oder überlegen diese. Nur für 6 % der Betriebe bleibt es weiter kein Thema. Und 66 % der Befragten sehen in der Digitalisierung eine Chance, nur 13 % sehen sie als Risiko.

Mein Erkenntnisgewinn?

Und für den Rest der Welt? Gilt das gleiche, wie für den Beginn der Digitalisierung in den 80er Jahren. Wegducken gilt nicht! Denn überleben werden die, die von Anfang an dabei waren und nicht erst dann anfangen, wenn es nicht mehr anders geht. Und das betrifft alle Branchen, wie oben beispielhaft gezeigt.
Die wichtigste Erkenntnis für mich ist allerdings, dass digitale Entwicklungen dann erfolgreich sind, wenn sie ausschließlich auf den Kunden ausgerichtet werden. Unabhängig davon, wo dieser sich befindet und was er gerade plant. Eine kluge App muss ihm dabei helfen.

Amélie v. Schoenaich

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