Guter Berater – schlechter Berater

 

Guter Berater – schlechter Berater

Den richtigen Unternehmensberater finden

Unternehmensberater ist kein geschützter Berufstitel wie etwa Arzt, Apotheker oder Rechtsanwalt. Im Prinzip kann jeder ein Schild an seine Tür hängen und „Unternehmensberater“ darauf schreiben.

Fragt man in Google nach diesem Begriff erhält man 3,4 Mio. Treffer und findet dort alles: von großen Beratungen bis zu Ein-Mann oder Frau-Firmen. Ganz klar vorne sind natürlich die großen Beratungen wie McKinsey oder Boston Consulting Group, allerdings können sich kleinere Unternehmen Tagessätze dieser Unternehmen in der Regel nicht leisten.

Unternehmensberater? Brauche ich doch gar nicht

Ihre Schuhe bringen Sie zum Schuster und zum Zähne ziehen gehen Sie zum Zahnarzt. Das bedeutet, Sie holen sich für jeden Bereich den richtigen Fachmann um sicher zu sein, dass Ihre Schuhe gut besohlt sind und Ihr Zahn richtig behandelt wird.

Warum tun sich kleinere Unternehmen schwer, einen Berater zu beauftragen, wenn es im Unternehmen „klemmt“? Oft holen Sie ihn erst, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

Zugegeben, die Branche ist durch manche schwarze Schafe belastet und erst einmal denkt man an das Geld. In diesem Artikel möchte ich Ihnen nicht nur zeigen, wie Sie einen guten von einem schlechten Berater unterscheiden können, sondern auch, was er Ihnen bringt und wie Sie ihn finanzieren können.

Ein guter Berater…

Vereinbart mit Ihnen ein kostenloses Erstgespräch mit mindestens 2 Stunden Dauer und hört Ihnen erst einmal zu.

Er trifft sich mit Ihnen bei Ihnen, um sich einen ersten Eindruck von Ihrem Unternehmen zu verschaffen.

Die Zahlung und die verkauften Tagessätze stehen nicht im Vordergrund, sondern das Ziel, das Sie für Ihr Unternehmen erreichen wollen und wie sich das erreichen lässt. Die Kosten belaufen sich auf dem Niveau, das Sie von Ihren anderen exzellenten Beratern wie Steuerberater oder Anwälte kennen.

Ein guter Berater gibt Ihnen seinen Lebenslauf preis – der Ihnen seine Ausbildungen und die erworbene Erfahrung aufzeigt –, nennt Ihnen Referenzen und hat darüber hinaus auch eine Projektliste, aus der Sie erkennen können, welche Unternehmen er schon beraten hat. Damit haben Sie eine gute Grundlage, um zu entscheiden, ob er oder sie zu Ihnen passt und ob er die notwendigen Ausbildungen und Erfahrungen vorweisen kann.

Schon bei der Auswahl passieren oft entscheidende Fehler seitens der Auftraggeber. Natürlich ist eine Empfehlung viel wert, aber treffen Sie die Entscheidung nicht nur deshalb, weil Sie den Berater vielleicht kennen oder ein Bekannter ihn kennt.

Ein guter Berater macht sich ein Gesamtbild vom Unternehmen und bezieht in seine Untersuchung auch die Führungskräfte und Mitarbeiter mit ein. Er hat keine Scheu, sich in Werkshallen oder Produktionen zu bewegen und dort mit den Mitarbeitern zu sprechen. Er geht an den Ort des Geschehens und bleibt nicht auf der Ebene von Theorie oder Vermutung.
Der Weg, den Sie mit ihm gehen, sollte vorher abgeklärt sein und auch Ausstiegsmöglichkeiten vorsehen. Nach der Ist-Analyse erfolgt in der Regel eine Präsentation der Ergebnisse. Sie entscheiden dann, ob Sie auf dieser Grundlage weiterarbeiten, ob daraus ein Maßnahmenpaket erarbeitet werden soll und ob der Berater die Umsetzung begleitet.
Die Ziele sollten fixiert werden und in jedem Projektschritt überprüft werden: Auf Erreichbarkeit und Richtigkeit. Er trifft keine Entscheidungen für Sie, aber er liefert Ihnen eine Grundlage für Ihre guten und fundierten Entscheidungen.

Ein guter Berater hält viel schriftlich fest, sollte allerdings nicht permanent in einem Büro verschwinden. Ein guter Berater ist sichtbar. Ein guter Berater hat auch den Mut, Ihnen Unangenehmes zu sagen, aber er ist Ihnen sympathisch und mit Herzblut bei der Sache. Er agiert sozusagen als Co-Unternehmer.

Die Ergebnisse sollten dann so sein, dass sich die Investition in ihn gelohnt hat. Ein guter Berater wird das sicherstellen und transparent die Kosten dem erzielten Nutzen gegenüberstellen. Wenn ein Berater zusätzlich noch Fördergelder für Sie möglich macht, dann ist das ideal. Alternativ wird er einen Fachmann für Fördergelder benennen können.

Woran erkennen Sie nun einen schlechten Berater?

Zuerst einmal konzentriert sich das Gespräch auf das Verkaufen der Beratungsleistung. Möglichst hohe Stundensätze, Stundenkontingente und lange Laufzeiten ohne Ausstiegsklauseln. Er hat eventuell Probleme damit, die notwendige Geheimhaltungserklärung zu unterzeichnen. Ein schlechter Berater hat vorgefertigte Lösungen und berät sich nur mit Ihnen. Er berät oft nur prozessorientiert auf Basis von Theorien und verliert die Mitarbeiter aus den Augen. Er kann keine Praxisbeispiele benennen und auch keine Vorlagen oder Lösungsansätze aus der Hüfte präsentieren. Er wird diese erst recherchieren und später übermitteln können. Im schlimmsten Fall kennt er sie kaum und legt Ihnen am Ende nur einen Katalog mit Lösungsvorschlägen vor, die weder praxisnah, noch realistisch sind. Für die Umsetzung bietet er sich nicht an, sondern lässt Sie mit der eigentlichen Lösung der Themen allein.

Ein schlechter Berater ist nicht pünktlich und hält sich nicht an vereinbarte Termine oder Meilensteine. Er ist schlecht erreichbar und geht nicht auf Ihre Wünsche und Fragen ein, sondern hält sich akribisch an seine vorgefertigten Fahrpläne. Meist zeigt sein oder ihr Lebenslauf die fehlende Erfahrung auf den nötigen Gebieten eindeutig auf. Und er wird das Ergebnis, das Sie brauchen, letztlich nicht erreichen.

Und der Auftraggeber?

Ja, auch Sie haben eine wichtige Rolle. Sie müssen das Projekt und Ihren Berater unterstützen. Das beginnt mit der Vorstellung des Beraters und des Projektes bei den Führungskräften und weiteren Mitarbeitern. Dort, wo Führungskräfte oder Mitarbeiter vielleicht „mauern“, müssen Sie klar und deutlich sagen, dass dieses Beratungsprojekt für Sie höchste Priorität hat. Ferner sollten Sie vorbehaltlos alle notwendigen Daten und Informationen zur Verfügung stellen, damit eine umfassende und ganzheitliche Beratung möglich wird.

Um den Erfolg sicherstellen zu können müssen auch Sie sich an Termine halten und ausreichende Zeit einplanen, um an Ihrem Projekt zu arbeiten. Sie geben dem Thema Priorität!

Ihr Berater ist ein Rat gebender „Freund“ auf Zeit – lassen Sie ihn nicht alleine.

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