„Aber älter als 50 sollte der Neue nicht sein…“

 

„Aber älter als 50 sollte der Neue nicht sein…“


Da ist der Fachkräftemangel in aller Munde, da raufen sich Führungskräfte und Inhaber die Haare, weil sie keine Mitarbeiter finden, Stellenanzeigen finden wenig oder gar keine Resonanz und dennoch hören wir diesen Satz immer noch bei jedem zweiten Gespräch!

Es ist eine (wohltuende) Ausnahme, wenn ein Unternehmer sagt, er würde auf jeden Fall Mitarbeiter einstellen, die älter sind als 55 Jahre.

Nicht nur der Volksmund, sondern auch zahlreiche Studien sprechen älteren Arbeitnehmern mehr Zuverlässigkeit, Erfahrung und Krisenbeständigkeit zu.

Was aber sind denn genau die Vorurteile?

  • Ein älterer Arbeitnehmer ist öfters krank
  • Ein älterer Arbeitnehmer ist nicht mehr so leistungsfähig
  • Ein älterer Arbeitnehmer kann nicht mit modernen Arbeitsmitteln umgehen
  • Ein älterer Arbeitnehmer ist teuer

Schauen wir uns das doch mal im Einzelnen an:

Krankheiten? Mehr Fehltage?
Ja und nein. Interessant ist, dass bei Jüngeren die Fehltage am Stück niedriger ausfallen, diese aber dafür häufiger krank werden.

Im Alter von 50+ ist die Familienplanung in der Regel abgeschlossen, es fallen also Fehltage wegen der Kinder nicht mehr an, auch Elternzeit ist eher eine Ausnahme. Im Durchschnitt sind alle Arbeitnehmer ca. 14 Tage im Jahr krank.

Fehlende Leistungsfähigkeit?
Welche Leistungsfähigkeit ist denn hier gemeint? Ich kenne nur wenig Arbeitsplätze, in denen olympische Rekorde aufgestellt werden müssen. Was bringen aber ältere Arbeitnehmer mit? Sie haben deutlich mehr Erfahrung und die Gelassenheit, das wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden und vor allem die Fähigkeit, die Dinge in den richtigen Zusammenhang zu stellen. In höherem Lebensalter sind Fähigkeiten wie Disziplin, Verantwortungsbewusstsein und Loyalität besonders ausgeprägt.

Wichtig auch: Ältere Arbeitnehmer haben in der Regel ein besseres Netzwerk, das sie für den Arbeitgeber nutzbringend einsetzen können.

Sie können nicht mit modernen Arbeitsmitteln umgehen?
Das ist ein Vorurteil, dass in die Schublade 90er Jahre gehört. Ich bin seit vielen Jahren in vielen Bereichen des Arbeitsmarktes unterwegs und finde heute kaum noch jemanden, der moderne Arbeitsmittel nicht nutzen kann. In welcher Tiefe er oder sie das tut, hängt wiederum von der Erfahrung des Einzelnen ab, hat aber nichts mit dem Alter zu tun.

Ein älterer Arbeitnehmer ist teuer?
Das kann auf den ersten Blick stimmen, wenn es tarifliche Regelungen gibt, die das Lebensalter bei der Entlohnung mitberücksichtigen. Man darf aber nicht vergessen, dass ältere Arbeitnehmer in der Regel nicht so wechselbereit sind und einen längeren Atem haben. Sie ersparen dem Arbeitgeber die Fluktuationskosten, die ein jüngerer Arbeitnehmer verursacht. Wenn der ambitioniert ist und auf der Suche nach besseren Karrierechancen, das Unternehmen schneller wieder verlässt, als es dem Arbeitgeber lieb ist, dann sind Fluktuationskosten zu betrachten, die bis zu 50 % des Jahresgehalts betragen können!

Weiterhin lassen sich für ältere Arbeitnehmer in bestimmten Fällen auch Lohnkostenzuschüsse beantragen, die über mehrere Monate gezahlt werden.

Demografischer Wandel und der Arbeitsmarkt
Ältere Arbeitnehmer nicht einzustellen steht in krassem Widerspruch zu den aktuellen Tendenzen und Fakten auf dem Arbeitsmarkt. Wir werden immer älter, sind dabei fitter und gesünder, gehen später in Rente und weniger junge Arbeitskräfte kommen nach.

Unternehmen schaden sich selbst, wenn sie ältere Arbeitnehmer bei Bewerbungen ausschließen. Tatsächlich haben Studien ergeben, dass die Produktivität mit dem Alter eher steigt und Studien zufolge machen altersgemischte Teams weniger Fehler als jüngere Teams.

Wir können Ihnen nur empfehlen, das große Potential von erfahrenen Mitarbeitern zu nutzen. Wir erleben täglich in unserer Unternehmensberatung, wie erfolgreich Firmen sind, die den gesunden Mix von älteren und jüngeren Mitarbeitern Ihren Unternehmen umsetzen. So werden Erfahrung und Dynamik ideal kombiniert.

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